Hanse Sail, Boris Becker und gefährliche Limetten

Hanse Sail, Boris Becker und gefährliche Limetten

In Warnemünde startet heute meine 24. Kreuzfahrt. Diesmal mit AIDAmar.

Von hier aus geht es in den nächsten vier Tagen nach Karlskrona in Schweden und dann nach Kopenhagen und Aarhus in Dänemark.

Zum vierten Mal bin ich allein unterwegs. Mein eigentlich-immer-Begleiter Stefan muss beim Berliner Meilen Lauf (160 Km am Stück) neue Rekorde aufstellen und ist deshalb diesmal nicht dabei. So allein wirkt die (diesmal ein bisschen anderes angeordnete) Kabine direkt größer.

Warnemünde ist toll. Hier bin ich schon zwei Mal gestartet und kenne mich somit eigentlich aus. Allerdings bin ich noch nie während der Hanse Sail (dem maritimen Volksfest in Warnemünde) gestartet. Uns begleiten beim Auslaufen verschiedenste Schiffe, darunter auch einige Segelschiffe.

Das ist schon cool hier.

Mir scheint ganz Warnemünde (inklusive aller verfügbaren Touristen) schaut uns beim Auslaufen zu.

Auf dieses besondere Auslaufen hat uns übrigens Boris Becker hingewiesen. Ja doch. Ich mache keine Scherze. Boris Becker. In Echt jetzt.

Der hat zwar vermutlich nichts mit Tennis zu tun (genau weiß ich das nicht-hatte noch keine Gelegenheit ihn zu fragen), aber er heißt wirklich Boris Becker und ist unser Kapitän.

Die Kreuzfahrt beginnt traditionell mit einem Cocktail. Nachdem ich die Karte studiere entscheide ich mich gegen etwas mit Limetten.

Damit scheint mir nämlich etwas nicht zu stimmen. Anders kann ich mir den Preisunterschied zwischen Cubra Libre (bestehend aus Rum, Cola und eben Limette) und Rum Cola (bestehend aus Rum, Cola ohne Limette) nicht erklären. 😜

Die Limetten scheinen so schlecht zu sein, dass sie den Getränkepreis um 40 Cent senken!

Ich nehme somit in geübter Manier einen Long Island Icetea.

Kaputter Himmel und Elche in Karlskrona (Schweden)

Kaputter Himmel und Elche in Karlskrona (Schweden)

Ich bin früh wach und entschließe mich deshalb das Einlaufen in Karlskrona vom Oberdeck zu verfolgen. Entgegen des spektakulären Auslaufens während der Hanse Sail gestern in Warnemünde, bei dem uns sehr viele Boote begleitet haben, ist heute beim Einlaufen nur eine Fähre zu sehen.

Und ein Tenderboot von AIDAmar. Komisch. Wieso ist da ein Tenderboot im Wasser?

Um solche Details (wie die Frage, ob wir im Hafen liegen oder tendern müssen) kümmert sich normalerweise Stefan. Der ist aber diesmal nicht dabei. Deshalb kümmert sich offensichtlich niemand um diese Frage.

Das Tenderboot liegt somit deshalb im Wasser, weil wir heute Tendern!

Das macht meine ursprüngliche Planung ein bisschen komplizierter. Ich wollte mir vor meinem gebuchten Ausflug heute Nachmittag noch die Stadt anschauen. Tendern führt in der Regel aber zu schlecht kalkulierbaren Wartezeiten.

Deshalb lasse ich das Frühstück aus und nehme -ohne Wartezeit- das erste Tenderboot.

Karlskrona wurde 1680 in den südlichsten Schärengärten Schwedens gegründet, um der schwedischen Marine einen strategisch geschützten und ganzjährig eisfreien Hafen zu sichern.

Die drei großen und doch sehr unterschiedlichen Kirchen prägen das Stadtbild.

Die Kuppel der Dreifaltigkeitskirche scheint mir vom Pantheon in Rom inspiriert zu sein.

Mir gefällt die Admiralitätskirche am besten. Die größte Holzkirche Schwedens hat einen ganz eigenen Charme.

Dann passiert etwas seltsames. Der Himmel scheint kaputt. Es fällt Wasser von oben auf die Erde. Ich habe von diesem Phänomen, dass Experten wohl Regen nennen, schon gehört. Im Ruhrgebiet ist es jetzt aber schon so lange trocken, dass ich im Gegensatz zu meinem sich ärgernden Mitreisenden eher fasziniert bin.

Dann geht es in den 🫎 Park. Der Elch gilt als der „König der Wälder“ und ist das inoffizielle nationale Wahrzeichen Schwedens. Mindestens einigen der rund 250.000 Elche, die in Schweden leben, keinen Besuch abzustatten, wenn man schon einmal hier ist, kommt nicht infrage.

Manche sind weit weg und manche sehr nah.

Aus der Nähe ist die wirklich krasse Größe von so einem Elch noch beeindruckender. Ohne Zaun wäre ich jetzt eher unentspannt.

Die Elche sind -vielleicht auch wegen dem Zaun- aber entspannt.

Das ist zumindest mein Eindruck. Diesen teilt nicht jeder. Ein Mitreisender hält mir einen Vortrag wieviel Stress die Elch-Kuh auf dem letzten Bild gerade hat. Nicht das ich ihn um seine Meinung gebeten hätte. Offensichtlich erwecke ich den Eindruck, dass ich gerne ein Kotelett an die Backe gelabbert bekommen will. Will ich übrigens nicht!

Als er dann das Liegen in Verbindung mit dem Nicht‑Bewegen direkt am Zaun und dem Blick auf ihr Junges mit PTBS vergleicht, reicht es mir, und ich haue ab.

So lautet mein Fazit des heutigen Tages: Die Elche waren cool. Die Menschen waren anstrengend.

Höllenräder in Kopenhagen (Dänemark)

Höllenräder in Kopenhagen (Dänemark)

Heute in Kopenhagen habe ich mir über AIDA ein Fahrrad geliehen um zum größten Aquarium Nordeuropas zu fahren Aus den geplanten 28 Kilometern werden am Ende über 40. Davon ca. 39 gegen den Wind. Wie das physikalisch möglich ist, obwohl ich ja hin und wieder zurück gefahren bin, ist mir auch unklar. Hat sich aber so angefühlt.

Das sich die Strecke verlängert hat liegt auch daran, dass ich zu Beginn erstmal ein ganzes Stück in die falsche Richtung gefahren bin. Das ist mir auch erst aufgefallen als ich vor einem Zaun mit beeindruckend großen Krahn dahinter stand.

Also wieder zurück und an allen wartenden Mitreisenden vorbei, die mich breit grinsend anschauen.

Jetzt bin außerhalb von Borkum schon wirklich lange nicht mehr länger Fahrrad gefahren. In einer Großstadt wie Kopenhagen schon gar nicht.

Die Fahrrad Spuren sind hier allerdings wirklich gut ausgebaut und es gibt eigene Ampeln für Fahrrad Fahrer. Soweit so gut.

Was mir völlig neu ist und mich zumindest kurzfristig einigermaßen aus der Ruhe bringt, sind E-Bikes im Allgemeinen und E-Bikes in der Lastenräder-Ausführung im Speziellen. Die Dinger sind nämlich rasend schnell. Als das erste Mal so ein Höllenteil an mir vorbei rast und mich mit dem als Ladefläche getarnten Prellbock fast in den Graben befördert, habe ich fast einen Herzinfarkt.

Das in Kopenhagen alle Gräben mit Wasser gefüllt sind und eher als Kanal bezeichnet werden könnten, macht es jetzt nicht besser.

Wie durch ein Wunder, komme ich aber trotzdem heil beim Aquarium an. Das Aquarium lohnt die Mühe und ist echt sehenswert.

Auf Empfehlung von meinem Arbeitskollegen und Dänemark-Experten Roland nehme ich auf dem Rückweg noch den CopenHill mit.

Hier befindet sich eine Müllverbrennungsanlage inklusive Heizkraftwerk. Das Besondere ist, dass das Gebäude in perfekter Symbiose auf seinem Dach insgesamt 450 Meter Skipisten beherbergt und zusätzlich über eine Aussichtsplattform verfügt. Echt krass.

Die Aussicht von der Plattform hat auch etwas.

Auf dem Rückweg – und zwei weiteren abgewehrten Hollenräder-Attacken später – schaue ich mir die wirklich coole Innenstadt von Kopenhagen an.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter (Aarhus-Dänemark)

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter (Aarhus-Dänemark)

Heute habe ich das Wind anfällige Fahrrad gegen einen E-Roller getauscht. Ist für mich eine Premiere. Ich bin sofort begeistert. Das macht richtig Spaß.

Zu Beginn fahre ich aus der Stadt raus in Richtung Strand. Aarhus hat nämlich einen richtig langen und sehr schönen Strandabschnitt.

Mein eigentliches Ziel ist aber gar nicht der Strand an sich, sondern die „Uendelige Bro. Also die unendliche Brücke.

Da das hier scheinbar kein Geheimtipp ist, habe ich Copilot gebeten, die Menschen aus den beiden oberen Bildern zu entfernen. So ganz allein, wäre die unendliche Brücke bestimmt noch cooler. Aber auch so finde ich die Idee und die Umsetzung echt gut.

Bis zur Unendlichkeit habe ich es also schon geschafft. Getreu dem Motto von Buzz Lightyear aus Toy Story geht es aber noch viel weiter.

Mein E‑Scooter fährt mich sehr entspannt zum nächsten Höhepunkt: dem Aarhus Øje.
Die Aussichtsplattform im 44. Stock des höchsten Gebäude Dänemarks bietet ein echt beeindruckendes Panorama.

Neben dem höchsten Gebäude gibt es mit dem Dom zu Aarhus hier auch die längste Kirche Dänemarks.

Die Tour mit dem E-Scooter ist super und hat im Vergleich zum Fahrrad neben dem offensichtlichen Vorteil der deutlichen geringeren körperlichen Belastung, zusätzlich die Möglichkeit, jederzeit kurz für einen Fotostopp anzuhalten. Hier das Ergebnis dieser Fotostopps:

Zum Abschluss des Tages nehme ich auch noch die zweite Aussichtsplattform mit. Diese ist auf der Dachterrasse der Einkaufszentrums Salling mitten im Stadtkern und auf der Haupteinkaufsstraße gelegen.

Dort gönne ich mir noch ein Dänisches Softeis. Auch definitiv ein Highlight.

So geht ein schöner Tag in Aarhus, eine tolle (und definitiv wiederholungswürdige) Erfahrung mit dem E-Scooter und auch die gesamte Vier-Tage-Kurztour in der Ostsee zu Ende. Ich bin zufrieden mich dafür entschieden zu haben. Ich habe Erinnerungen gewonnen, die ich nicht missen möchte. Zum Abschluss noch ein „Action-Video“ von mir auf dem E-Scooter.

Familie Manske und die Schwarzwaldklinik

Familie Manske und die Schwarzwaldklinik

Der Roadtrip in die Schweiz beginnt mit der Anfahrt nach Freiburg, unserem ersten Ziel. Liegt noch nicht in der Schweiz, soll aber laut meiner Arbeitskollegin Maja, die hier einige Jahre gelebt hat, echt sehenswert sein. Achtung Spoiler: Sie hat Recht! Und vielen Dank für die Tipps. Aber dazu später mehr. In Freiburg angekommen, stellen wir fest, dass Todtnau, wo unsere Ferienwohnung liegt, noch ein ganzes Stück von Freiburg entfernt liegt. Dazu kommt, dass die Straße auf dem Stück so einige Serpentinen zu bieten hat.

Dann erreichen wir nach über sechs Stunden unsere Ferienwohnung, Wobei der Begriff „Ferienwohnung“ es nicht wirklich trifft. Ausmaße, Ausblick und Einrichtung erinnern eher an eine Luxus-Suite. Da hat Olli wieder etwas sehr cooles ausgesucht.

Dort treffen Pascal, Olli und ich auch auf Katja, Rouven und Ihre beiden reizenden Kinder, die mit uns das erste Wochenende zusammen verbringen. Obwohl wir nicht verwandt sind und somit natürlich unterschiedliche Nachnamen haben, verstehen wir uns echt gut und die Gruppe harmoniert sofort wieder.

In unserer Suite werden wir kollektiv als Familie Manske begrüßt, da Olli (Manske) sich in bewährter Manier um die Buchung gekümmert hat.

Mit dieser Neu-Definition unserer Gruppe sind alle einverstanden.

So starten wir den ersten echten Urlaubstag als „Familie Manske“ mit einem Fotostopp bei der Schwarzwaldklinik.

Der Besuch löst bei mir ungeahnte Emotionen aus. Die Schwarzwaldklinik war eine der ersten Serien, die ich regelmäßig zusammen mit meinen Eltern schauen durfte. Ich schwelge somit kurz in wirklich schönen Erinnerungen zusammen mit meinen Eltern und der Schwarzwaldklinik.

Dann geht es nach Freiburg. Jetzt aber wirklich. Wir starten mit einen echt coolen Blick auf Freiburg von der von Maja empfohlenen Skybar namens Skajo.

Der Freiburger Münster und natürlich Bötchen in den Bächle fahren lassen, runden unseren sehr schönen Tag in Freiburg ab.

Damit haben wir die meisten empfohlenen Highlights gesehen. Was wir nicht geschafft haben, ist die Überquerung der Hängebrücke. Hier hat es nur zu einem Foto-ohne Überquerung- gereicht.