Der Roadtrip in die Schweiz beginnt mit der Anfahrt nach Freiburg, unserem ersten Ziel. Liegt noch nicht in der Schweiz, soll aber laut meiner Arbeitskollegin Maja, die hier einige Jahre gelebt hat, echt sehenswert sein. Achtung Spoiler: Sie hat Recht! Und vielen Dank für die Tipps. Aber dazu später mehr. In Freiburg angekommen, stellen wir fest, dass Todtnau, wo unsere Ferienwohnung liegt, noch ein ganzes Stück von Freiburg entfernt liegt. Dazu kommt, dass die Straße auf dem Stück so einige Serpentinen zu bieten hat.
Dann erreichen wir nach über sechs Stunden unsere Ferienwohnung, Wobei der Begriff „Ferienwohnung“ es nicht wirklich trifft. Ausmaße, Ausblick und Einrichtung erinnern eher an eine Luxus-Suite. Da hat Olli wieder etwas sehr cooles ausgesucht.
Dort treffen Pascal, Olli und ich auch auf Katja, Rouven und Ihre beiden reizenden Kinder, die mit uns das erste Wochenende zusammen verbringen. Obwohl wir nicht verwandt sind und somit natürlich unterschiedliche Nachnamen haben, verstehen wir uns echt gut und die Gruppe harmoniert sofort wieder.
In unserer Suite werden wir kollektiv als Familie Manske begrüßt, da Olli (Manske) sich in bewährter Manier um die Buchung gekümmert hat.
Mit dieser Neu-Definition unserer Gruppe sind alle einverstanden.
So starten wir den ersten echten Urlaubstag als „Familie Manske“ mit einem Fotostopp bei der Schwarzwaldklinik.
Der Besuch löst bei mir ungeahnte Emotionen aus. Die Schwarzwaldklinik war eine der ersten Serien, die ich regelmäßig zusammen mit meinen Eltern schauen durfte. Ich schwelge somit kurz in wirklich schönen Erinnerungen zusammen mit meinen Eltern und der Schwarzwaldklinik.
Dann geht es nach Freiburg. Jetzt aber wirklich. Wir starten mit einen echt coolen Blick auf Freiburg von der von Maja empfohlenen Skybar namens Skajo.
Der Freiburger Münster und natürlich Bötchen in den Bächle fahren lassen, runden unseren sehr schönen Tag in Freiburg ab.
Damit haben wir die meisten empfohlenen Highlights gesehen. Was wir nicht geschafft haben, ist die Überquerung der Hängebrücke. Hier hat es nur zu einem Foto-ohne Überquerung- gereicht.
Den Vormittag nutzen wir heute für Rodeln auf der Hasenhorn Sommerrodelbahn. Diese ist mit 2,9 km Abfahrt definitiv die längste Rodelbahn, mit der ich jemals gefahren bin.
Während der Wartezeit und der Hinfahrt mit dem Sessellift entscheidet sich Elisabeth ungefähr hundert mal um. Erst will sie alleine fahren, dann wieder lieber mit mir, dann wieder alleine. Am Ende entscheidet sie sich dafür mit mir zu fahren. Deshalb gibt es leider keine Action-Fotos von uns, da ich mich mit Kind während der Fahrt lieber an das Handy-Verbot halte.
Trotzdem ist die Fahrt echt cool. In der ersten Hälfte bestimmt Elisabeth das Tempo. Ich hatte ihr versprochen, so schnell zu fahren wie sie will. Ihre Anweisungen sind einfach zu verstehen, gut strukturiert und eindeutig: „Schneller!“ Wir fahren also annähernd Voll-Speed. Das lässt sich im zweiten Teil der Strecke nicht mehr realisieren, da wir auf die vor uns fahrenden Rouven und Jonathan aufschließen. Die Rentner, die wiederum vor Ihnen fahren sind aber das eigentliche Problem und bremsen uns insgesamt -sehr zum Unmut von Elisabeth- aus.
Trotzdem ein wirklich tolles Erlebnis.
Dann folgt der Abschied. Rouven, Katja und die Kids fahren nämlich heute zurück.
Pascal, Olli und ich nutzen den Nachmittag um eine weitere Empfehlung meiner Arbeitskollegin Maja zu besuchen. Den Schau-ins-Land.
Als gebürtiger Duisburger und MSV Mitglied ist mir die Firma „Schau-ins-Land,“ die auch Namensgeber der Arena in Duisburg ist, natürlich ein Begriff.
Das der Reiseanbieter seine Firma aber nach einem Berg im Schwarzwald benannt hat, wird mir erst heute klar.
Unseren Plan mit der Seilbahn auf den Berg zu fahren, verwerfen wir wieder, als uns klar wird, dass wir mit dem Auto schon fast bis auf den Gipfel gefahren waren.
Das letzte Stück müssen wir allerdings zu Fuß gehen. Sozusagen Wandern in homöopathischen Dosen. Bis zur Bergstation der Seilbahn ist es echt nicht weit. Aber dafür steil. Oben angekommen, schnaufen wir somit schon ein bisschen. Da kommen uns die Sonnenliegen gerade Recht und wir machen eine kurze Pause.
Als dann ein älteres Pärchen von oben herunter kommt, frage ich einfach mal wie weit es denn wohl noch zum Gipfel und dem dort ansässigen Aussichtsturm ist.
Die Antwort ist gleichermaßen beruhigend wie auch schockierend.
Die Frau informiert mich nämlich, dass es bis zum Gipfel samt Turm noch ungefähr 1 Km weit ist. Das ist beruhigend, da ein Kilometer ja nicht viel ist.
Dann führt sie allerdings weiter aus, dass wenn es mir schwerfallen würde, sie empfehlen würde den normalen Weg und nicht die Abkürzung zu nehmen, da dieser weniger steil wäre. Offensichtlich sehe ich also so aus, als ob es mir schwerfallen würde 1 Kilometer den Berg rauf zu laufen. Das ist schon eine schockierende Erkenntnis.
Nach 1 Kilometer, der mir übrigens nicht schwergefallen ist, erreichen wir den Aussichtsturm samt Aussicht. Diese kann sich tatsächlich sehen lassen.
Auf dem Rückweg, bei dem wir die -übrigens tatsächlich ganz schön steile- Abkürzung nehmen, beobachten wir eine junge Frau die scheinbar live darüber berichtet wie sie den Berg runtergeht.
Pascal entschließt daraufhin spontan, auch ein Influencer Video zu drehen. Vielleicht der Beginn einer großen Karriere.
Olli, Pascal und ich sind ja bei unserem Roadtrip jetzt zu dritt und somit eigentlich ohne Kinder unterwegs.
Das Leuchten in den Augen von Pascal als wir auf den Haupteingang zugehen, könnte allerdings auch einen anderen Schluss zulassen.
Er ist wirklich aufgeregt und kann seine ehrliche große Freude nicht verbergen.
Ich beneide ihn ein bisschen um diese intensive Begeisterungsfähigkeit. Wann habe ich mich zum letzten Mal derart über etwas so gefreut, wie Pascal heute über den Besuch im Europa Park. Ich kann mich nicht erinnern.
Pascal und Olli sprinten los um vermutlich einen neuen Rekord in Bezug auf möglichst viele gefahrene Achterbahnen in möglichst kurzer Zeit aufzustellen. Achterbahnen im Speziellen, aber auch eigentlich alle anderen Fahrgeschäfte sind jetzt nicht so meins. Deshalb trennen wir uns und ich erkunde den (mit 95 Hektar) größten Freizeitpark Deutschlands mehr aus der Beobachter- als aus der Teilnehmer-Perspektive zu Fuß. Der Kirmes-Bums hier ist schon beeindruckend und mit viel Liebe zum Detail angelegt.
Ich besuche allerdings verschiedene Shows, wie z.B. die wirklich aufwendig inszenierte Zorro Show.
Wir treffen uns zu dritt immer mal wieder um zusammen zu essen oder gemeinsam die durchaus beeindruckende Turmspringer Show zu besuchen.
Die Macher des Europa Parks versuchen möglichst viele Eindrücke für möglichst viele verschiedene Menschen auf einmal zu schaffen. So gibt es auch eine durchaus hübsche Kapelle.
Diese andauernde Reizüberflutung ist aus meiner Sicht aber gleichzeitig auch das Problem. Man weiß nie wo man als erstes hinschauen soll. Dazu kommt die Dauerbeschallung, der man hier nicht entkommen kann. So geht ein sehr schöner aber auch anstrengender Tag im Europa Park zu Ende.
Heute Abend fahren wir dann noch weiter und werden dann auch die Grenze überqueren. Morgen geht es dann in der Schweiz weiter. Ist ja schließlich ein Roadtrip durch die Schweiz.
Gestern Abend sind wir in Schaffhausen im Kronenhofhotel in der Schweiz angekommen. Ein nicht unentschiedenes Detail bei einem Roadtrip in der Schweiz.
Schon bei der Begrüßung an der Rezeption fällt uns ein erster Unterschied auf. Man begrüßt hier Menschen mit dem Universal Gruß „Grüezi.“ Dieser scheint unabhängig von der Tageszeit immer nutzbar. Außer „Grüezi“ verstehen wir auf Schwitzerdütsch aber nicht viel, was die Mitarbeitern sofort ins Hoch-Deutsch wechseln lässt. Das hilft.
Dann nutzen wir den restlichen Tag für einen Abend Spaziergang durch das wirklich hübsche Schaffhausen.
Am nächsten Morgen beim Aus-Checken entscheide ich mich spontan dazu mich an die Schweizer anzupassen und begrüße die mir bisher unbekannte Mitarbeitende mit „Grüezi.“ Ein Fehler, wie sich sofort zeigt. Die Hotelfrau textet mich jetzt auf Schwitzerdütsch zu. Ich verstehe nichts. An der Betonung erkenne ich immerhin, dass das letzte wohl eine Frage war. Eine Frage, die ich jetzt beantworten soll. Also antworte ich mit einem zögernden „Ja!.“ Sie schaut mich verwirrt an und wechselt netterweise ins Hoch-Deutsch. Die Frage, ob ich mit Karte oder bar bezahlen möchte, kann man scheinbar nicht mit „Ja“ sinnvoll beantworten.
Mein Reinfall mit dem Grüezi, hat allerdings nichts mit dem Rheinfall zu tun, den wir heute besuchen.
Ein wirklich beeindruckendes Naturschauspiel, welches sich auf Fotos nicht wirklich abbilden lässt.
Deshalb hier ein kleines Video, welches die enorme Kraft des Wassers besser transportiert.
Dann fahren wir nach Zürich. Genauer gesagt zum Uetliberg, dem Hausberg von Zürich, von dem man einen tollen Blick auf die mit 436.000 Einwohner größte Stadt der Schweiz haben soll.
Nach knapp vierzig Minuten Fahrt sind wir da. Also zumindest, wenn man Google Maps glaubt. Jetzt gibt es scheinbar unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten von „da.“ Im Sinne von auf dem Gipfel des Berges -mit der entsprechenden Aussicht auf Zürich- sind wir jedenfalls nicht.
Der Teufel liegt im Detail. Google Maps hat Recht. Wir sind auf dem Üetliberg. Auf dem höchsten Punkt, den man mit dem Auto erreichen kann. Leider auf der falschen Seite, von der man Zürich eben nicht sehen kann.
Wir korrigieren die Anfahrt und fahren das letzte Stück mit dem Zug, um dann die wirklich lohnenswerte Aussicht zu genießen.
Zum Abschluss eines sehr schönen Tages statten wir Zürich dann noch einen direkten Besuch ab.
Eine Kostprobe der für Zürich berühmten Luxemburgerli darf natürlich nicht fehlen.
Die Schweiz ist teuer. Das haben mir eigentlich alle gesagt, denen ich erzählt habe, dass ich einen Roadtrip in die Schweiz plane. Und – es stimmt auch.
Ein Beispiel: Auf dem Weg zum Mineralbad und Spa Rigi Kaltbad kaufe ich an einer Tankstelle ein WM Kicker Sonderheft. Preis in Deutschland 5,90 EuR. Preis in der Schweiz 12 1/2 Schweizer Franken, also 13,59 EUR.
Bin gespannt, was in dem Schweizer Kicker Sonderheft mehr drinsteht als in der deutschen Version, die diesen Preisunterschied rechtfertigt. 😜
Auf der Hinfahrt nach Weggis fahren wir durch wirklich sehenswerte Landschaften am Fuße des Vierwaldstättersees.
Das Erlebnis Spa auf dem Berg beginnt mit Seilbahn fahren, da das Spa in 1433 Meter Höhe auf einem Berg liegt und man nur zu Fuß oder halt mit der Seilbahn hin kommt.
Ich bin überrascht, dass ein bisschen Schaukeln der Gondel Pascal offenbar mehr aufwühlt, als alle Achterbahnen, die der Europa Park zu bieten hat.
Oben angekommen bietet sich uns allerdings ein Ausblick, der alle Sorgen vergessen lässt.
Auch der Blick auf den Außenpool des Spa“s weckt weitere Vorfreude in mir.
Das Spa ist kleiner als ich erwartet hatte. Aber das Highlight ist so geil, dass mir das einfach egal ist. Ich stehe in 35 Grad warmen Wasser und schaue auf das mega krasse Alpen-Panorama. Das ist schon sehr sehr geil hier.
Fotografieren ist im Spa übrigens verboten. Dass ich mein 13,59 Euro Kicker‑Sonderheft opfern muss (und es dem Wasser aussetze, das von meinem Handy tropft), nur um das Handy rein- und wieder raus zu schmuggeln, ist mir auch egal. Diesen Moment möchte ich einfach dokumentiert wissen.
Auf dem Rückweg statten wir Luzern und dessen Wahrzeichen der Kappelbrücke noch einen Besuch ab. Auch sehr schön.
Insgesamt muss man in Bezug auf die Schweiz feststellen: Sehr teuer – aber leider geil!