2.Tag in Port Elisabeth. Für heute haben wir uns spontan für eine zweite Safari entschieden. Diese haben wir erst am letzten Seetag gebucht. Diesmal nicht über eine Agentur, sondern über einen Kontakt, den uns Anja (die wir letztes Jahr auf der Asien Kreuzfahrt kennengelernt haben) vermittelt hat. Witziger Weise waren Anja und Uli direkt auf der Kreuzfahrt bevor wir aufgestiegen sind.
Die Kommunikation mit der Reisebegleiterin, die uns auf eine Privattour mitnehmen will, gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Erst über Facebook, dann über einen WhattsApp Einzelchat und schließlich über eine WhattsApp Gruppe mit allen Teilnehmenden.
Die Kommunikation erfolgt in Deutsch. Das ist nicht das Problem. Es gibt auch nicht zu wenig Informationen, ganz im Gegenteil. Das man eine leichte Windjacke mitnehmen soll, wird uns gleich dreimal mitgeteilt. Nur die wirklich entscheidenden Fragen (Wo soll es hin gehen? Was kann man da eventuell sehen?) werden erst während der Tour beantwortet. Wir lassen uns trotzdem darauf ein.
Es wird uns auch mehrfach empfohlen unsere Ferngläser mitzubringen. Nicht das wir welche hätten. Für diesen Fall wird uns empfohlen, ein Fernglas an der AIDA Rezeption auszuleihen. Als hätte AIDA Ferngläser, die sie an der Rezeption verleihen. So ein Blödsinn! Um zu beweisen, dass das völliger Quatsch ist, frage ich die sehr nette Rezeptionsmitarbeiterin nach einem Fernglas.
Ich staune nicht schlecht, als sie kurz verschwindet und mit einem riesigen Fernglas wiederkommt. Gut, dass ich nicht gewettet habe.
Im Kleinbus angekommen, erfahren wir von den sehr netten Mitreisenden, dass wir heute zwei verschiedene private Reservate, (sogenannte Game Reservate) besuchen. Der Name spielt auf die Vergangenheit an, bei dem man in diesen privaten Parks verschiedene Tiere als Teil eines Game (also Spiels) jagen konnte.
Dann wird es heiß. Auf dem Weg zum Nyosi Game Reserve fahren wir an mehreren Buschfeuern vorbei. Die Luft riecht folgerichtig verbrannt. Die große Trockenheit hat große Teile der Vegetation verbrannt oder verbrennt sie gerade. Das Feuer hat leider auch vor dem Reservat nicht halt gemacht.
Im übrig geblieben Grünen, entdecken wir heute Giraffen. Toll.
Ansonsten ist der kleine Park im direkten Vergleich zu der Safari von gestern allerdings eher eine Ergänzung der Eindrücke als eine Steigerung.
Auch das Fernglas ist hier keine große Hilfe.
Auch im Kragga Kamma Game Park, der noch viel kleiner ist, sehen wir zwar viele Tiere, aber die ganz große Begeisterung kommt nicht auf.
Das liegt auch daran, dass unser großer Wunsch ein Nashorn zu sehen auch heute nicht in Erfüllung geht.
Das liegt wiederum daran, dass diese tollen Tiere nach wie vor stark gejagt werden. Es gibt Menschen, die Teile vom Horn des Nashorn als Aphrodisiakum essen, weil sie glauben dadurch in Fahrt zu kommen. Deshalb werden es immer weniger Nashörner, auch in den Reservaten.
Das Horn eines Nashorns besteht nicht aus Knochensubstanz, sondern hauptsächlich aus Keratin, demselben faserigen Strukturprotein, das auch in menschlichen Fingernägeln vorkommt.
Deshalb sei allen Idioten, die mit Ihrer Nachfrage nach Hörnern von Nashörnern (damit Ihnen einer abgeht), dafür sorgen, dass diese wunderbaren Tiere erschossen werden, folgendes gesagt:
Heute sind wir in East London. Ein scheinbar furchtbar gefährlicher Ort. Zumindest wenn man AIDA glaubt. Der Kapitän, der Lektor und der Entertainment Manager weisen uns mehrfach darauf hin, dass man hier auf keinen Fall zu Fuß irgendwo hin laufen soll. Und nicht alleine. Und nicht zu zweit, da das noch keine Gruppe ist. Und nicht nachts. (Das ist kein großes Problem, da wir nur tagsüber überhaupt hier sind.) Und keine Wertsachen mitnehmen, und so weiter und so weiter.
Wir haben lange auch gar keine Idee, was wir hier sehen wollen. Stefan‘s Geduld sich mit mir lebende Tiere anzugucken, ist aufgebraucht. Also keine Tiere. Stefan will zwischenzeitlich sogar wegen der Sicherheitslage an Bord bleiben. Das ist für mich aber keine Option.
Da wir ja, wenn wir schon ohne AIDA Ausflug das Schiff verlassen, auf jeden Fall ein Taxi nehmen sollen und auf keinen Fall nur zu zweit losgehen sollen, reaktivieren wir die Selbsthilfegruppe „Buchung von digitalen Tickets“ vom ersten Tag in Kapstadt und nehmen zu sechst ein Taxi. Mit dabei sind somit Iris und Ralf, die bei der Kunstauktion Bilder ersteigern um Ihre Kinder zu ärgern und Klimmzug-Christian und Wer-wird-Millionär Lesly. Hier erklären sich die Namen ja von selbst. Eine wirklich coole Gruppe, die von Anfang an harmoniert.
Zu sechst wagen wir uns somit -ohne Security und Guide- todesmutig nach Danger-Hausen, wie ich East London ab sofort nenne.
Zusätzlich zu der angeblichen großen Gefahr durch Angriffe durch Menschen, gibt es hier eine zweite Gefahrenquelle. An den Stränden von East London besteht aufgrund der angrenzenden „Wild Coast“ ein erhöhtes Risiko für Haiangriffe, Und ja. Es gibt hier eine große Population von weißen Haien. Aber dazu später mehr.
Nachdem wir uns mit einem Taxifahrer geeinigt haben, werde ich völlig undemokratisch zum Guide der heutigen Tour bestimmt und soll somit vorne neben dem Fahrer sitzen. Vermutlich, da die Gefahr durch einen Angriff über eine eingeschlagene Seitenscheibe am höchsten ist.
So kommt es, dass ich Guide von Danger-Tours (so würde ich eine Agentur hier zumindest nennen) werde.
Zunächst fahren wir zum Rathaus. Sehr hübsch. Die hohe Umzäunung und die vielen Security Kräfte trüben die Stimmung aber ein bisschen.
Dann fahren wir auf Wunsch der Frauen zur Einkaufs-Mall.
Dann geht es zum Nahoon Reef, einer wirklich beeindruckenden Naturkulisse.
Christian und Stefan lassen es sich auch nicht nehmen auf den kolossalen Felsbrocken, der hier rumliegt, zu klettern.
Vielleicht durch Glück oder durch unsere angsteinflössende Aura unserer 6er Gruppe, oder weil es vielleicht doch gar nicht so gefährlich ist, wie AiDA sagt, passiert uns gar nix.
Mit dieser Erkenntnis stellen sich Christian, Lesly, Stefan und ich auch noch der nächsten Herausforderung. Schwimmen im Hai-Meer.
Ist schon ein komisches Gefühl, als meine Füße das Wasser berühren.
Ich beruhige mich mit der Erkenntnis von Markus Krebs. „Vor Haien braucht man keine Angst haben. Man hört doch an der Musik, wenn der Hai sich nähert.“
Das Wasser und die ordentlich hohen Wellen sind toll, so dass ich alle Sorgen schnell vergesse.
Da waren halt keine Haie!
Bearbeitet mit CoPilot
So geht ein Tag, für den wir lange keine Idee hatten und beim dem wir fast an Bord geblieben wären, als ein sehr schöner Tag der Tour in die Geschichte ein. Das liegt insbesondere auch an der netten Gesellschaft der Gruppe.
Stefan liebt Seetage. Es gibt den ganzen Tag etwas zu essen und zu trinken. Zu den normalen Essenszeiten kommt an einem Seetag meistens noch eine Sonderaktion dazu. Heute Bayrischer Frühschoppen mit Weißwurst.
Um bloß nicht irgendetwas zu verpassen, stellt er sich einen Wecker und steht um 05:30 Uhr auf. Dann geht er 1 1/2 Stunden auf dem Oberdeck laufen und geht dann nach dem Duschen wieder ins Bett. Dann springt er kurz vor Ende der Frühstückszeit wieder auf. Eine Mahlzeit auszulassen ist keine Option. Dann zum Frühschoppen, dann wieder Sport in Form von Spinnig, dann wieder Essen und so weiter.
Meine Begeisterung für Seetage hält sich dagegen in Grenzen.
Ich schlage meistens Zeit tot. Klar es gibt auf AIDA viele Angebote.
So gehe ich zum Beispiel zum Namibia Vortrag des Lektors Robert. Der ist übrigens mit großen Abstand der beste Lektor, den ich bisher erlebt habe. Jung, dynamisch, witzig und wirklich informativ.
Oder ich gehe zur Kunst Auktion und versuche kein Bild von Otto Waalkes zu ersteigern. Das ist schon schwierig, da ich viele Werke von ihm sehr schön finde.
Insgesamt kenne ich aber viele Angebote schon. Deshalb habe ich im Gegensatz zu Stefan viel Zeit über.
Deshalb spiele ich ein bisschen mit der KI. Ich nutze seit einiger Zeit Microsoft CoPilot, wie man an dem Bild gestern mit den Haien sehen kann.
Aus Langeweile beginne ich zusammen mit der KI ein Logo für www.herrjensemann.de zu entwickeln. Ausgangspunkt ist das Titelbild meiner Homepage, was mich beim Wandern im Stubaital, nach einem krassen Aufstieg zeigt. Mein Gesichtsausdruck ist somit von Erschöpfung, nicht aber schlechter Laune gezeichnet.
Die KI macht daraus als erstes einen Comic.
Die Versuche einer Skizze verwerfe ich wieder.
Anstelle dessen macht die KI aus dem Comic eine schwarz-weiß Variante.
Ist noch zu groß für ein Logo. Also weg mit dem Körper.
Finde ich schon ganz gut. Allerdings wirkt mein Gesichtsausdruck jetzt eher schlecht gelaunt als angestrengt. Die Versuche das zu ändern, führen zu einer weiteren Reduzierung des Logos.
Dann noch den Mund (der wirkt immer noch schlecht gelaunt) weg. Hier jetzt das finale Ergebnis.
Schreibt gerne in die Kommentare, welche Logo Variante Euch am Besten gefällt. Freue mich über Feedback.
Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen an jedem Seetag eine Stefan-und-Jens-Seetags-Challenge zu machen.
Unser Anspruch ist allerdings, keine Challenge zu machen, die wir schon mal gemacht haben.
Das macht es tatsächlich herausfordernd. Stefan ist von den ganzen Sport zu kaputt um sich etwas auszudenken.
Meine Ideen führen zwar zu sehr netten Begegnungen mit anderen Gästen, aber nicht zu verwertbaren Ergebnissen in Bezug auf die Gesamtwertung.
Gestern Abend beim Essen lernen wir zwei sehr nette Ehepaare kennen. Sie haben auch eine Challenge und versuchen die Berufe der Gäste, die an „Ihren Tisch“ kommen, zu erraten. Das ist der Beginn eines lustigen und feucht fröhlichen Abends. Das ist auch der Grund, warum im gestrigen Bericht nichts zur Challenge zu finden war. Ich war schlicht zu betrunken, um noch etwas zu schreiben.
Nach dem sie unsere Berufe erraten haben, binde ich die vier spontan in unsere Seetagschallenge ein. Stefan und ich tippen wieviele Kreuzfahrten die vier insgesamt schon gemacht haben. Zunächst sieht es so aus, als wen ich knapp gewonnen hätte. Dann wird das schon verkündete Ergebnis um Flusskreuzfahrten korrigiert, was dazu führen würde, dass Stefan jetzt gewonnen hätte. Die Challenge wird somit insgesamt als ungültig erklärt.
Auch die zweite Schätzrunde (diesmal geht es um die Summe der Schuhgrößen) führt zu keinem Ergebnis, da Stefan und ich exakt gleich weit vom tatsächlich Ergebnis entfernt liegen. Die Challenge für gestern geht somit unentschieden aus.
Heute wird es nicht einfacher mit den Ergebnis bringenden Disziplinen.
Die Idee war zu tippen, wo das Bild im Hintergrund aufgenommen wurde. Stefan tippt Karibik, ich indischer Ozean (oder genauer Seychellen). Die beiden AIDA Scouts bestätigen zwar meinen Tipp. Da es vom TV Studio, aber keine hundertprozentige Auflösung gibt, und die KI auch eher Zweifel schürrt und Italien als wahrscheinlichen Aufnahmeort angibt, erkennt Stefan meinen Sieg -verständlicher Weise- nicht an.
So starten wir mit unseren Tischnachbarn im Brauhaus einen zweiten Versuch in Bezug auf die getippten schon erlebten Kreuzfahrten. Diesmal ist das Ergebnis eindeutig und Stefan gewinnt deutlich und geht somit 2,5 zu 0,5 in Führung.
Heute beginnt der Tag mit dem Face-Check der namibischen Behörden. In der Warteschlange treffen wir auf eine besondere Lebensform. Den deutschen Krawall-Opa. Er ist grundsätzlich mit allem unzufrieden und lässt seinen Frust gerne und ungefiltert an allen anderen aus. So beschwert er sich natürlich über die lange Wartezeit, die (zur Unterhaltung um die Wartezeit angenehmer zu machen gedachte) Musik und auch sonst über alles und jeden. Scheinbar gilt hier das Motto: „Kreuzfahrt ohne Spaß-jetzt auch wieder über AIDA buchbar.“
Der Face-Check hat wenig mit dem Face (also dem Gesicht) zu tun, sondern deutlich mehr damit, ob man das Visum, das man im Vorfeld beantragen musste, auch bezahlt hat. Lesly und Christian (mit denen wir den heutigen Tag wieder zusammen verbringen) und Stefan und ich haben bezahlt und kommen somit ohne Probleme weiter.
Dann nehmen wir ein Taxi in die Geisterstadt Kolmanskuppe. Eine kleine Siedlung mitten in der Wüste, die mal dazu diente um Diamanten zu schürfen. Mittlerweile völlig verlassen, so dass die Wüste sich das Land nach und nach zurück holt.
Namibia war ja eine ganze Zeit von Deutschland besetzt. Der deutsche Einfluss ist auf jeden Fall überall auch in der Geisterstadt zu erkennen. So gab es eine Bäckerei, ein Krankenhaus und so weiter.
Wirklich beeindruckend, auch wenn wir keine Geister antreffen und auch keine Diamanten finden.
Dann fahren wir zurück nach Lüderitz, wie die Hafenstadt, in der wir heute liegen, immer noch heißt. Benannt nach Adolf Lüderitz, der die deutsche Besatzung organisiert und viel Leid über die einheimische Bevölkerung gebracht hat. Er hat unter anderem auf Shark Island, einer Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum heutigen Liegeplatz, das erste deutsche Konzentrationslager gebaut. Ich kann deshalb gut nachvollziehen, dass Namibia plant, die Stadt um zu benennen.
In der Stadt ist unabhängig vom Namen der deutsche Einfluss z.B. auf den Baustil nicht zu leugnen.
Dann erfüllen wir Stefan‘s Wunsch nach Austern in Namibia. Wir kehren also in einem Restaurant in der Nähe der Kirche ein und Stefan bestellt eine große Portion Austern.
Natürlich isst er dann noch den Rest meiner Pizza und fast die Hälfte von Lesly‘s Pizza. Christian hat ein Steak mit Pommes und Gemüse bestellt. Das Steak ist aber so schlecht, dass es laut Christian eher wie eine Schuhsohle aus Gummi schmeckt. Das verdirbt ihm den Appetit und er lässt einen Großteil seiner Portion über. Insbesondere das Fleisch ist nicht kau- und somit nicht essbar.
Stefan sieht das natürlich anders. Das Christian mit seiner Einschätzung richtig liegt, kann man daran erkennen, wie intensiv Stefan versucht das Steak zu schneiden bzw. zu kauen. Es dauert ewig.
Dann erscheint die Rettung vor dem Restaurant. Ein hungrig aussehender Straßenhund.
Christian verfüttert das letzte kleine Stück Fleisch an den Hund, welches Stefan noch über gelassen hat. Alle sind zufrieden mit dieser Lösung. Alle außer Stefan.