Älteste Wüste der Welt mit dem Quad und Springboki (Walvis Bay/Namibia)

Älteste Wüste der Welt mit dem Quad und Springboki (Walvis Bay/Namibia)

Wir starten mit einem Spaziergang durch Walvis Bay, oder der Walfischbucht wie die Stadt auf Deutsch heißt.

Wale sehen wir nicht. Die Knochen deuten jedoch auf eine rege Walfang-Vergangenheit hin, was auch der Grund für den Namen der Stadt ist.

Während ich darüber nachdenke, wie gut es ist, das Whale Watching, das Whale Hunting abgelöst hat, macht Stefan Stefan-Dinge.

Dann geht es in die Namib-Wüste. Die mit 55-80 Millionen Jahre älteste Wüste der Welt. Sie ist auch deshalb Einzigartig, da sie auf 1.900 km Länge direkt an den atlantischen Ozean grenzt. Ein Naturschauspiel sondergleichen.

Es ist mein erstes Mal in einer echten Wüste. Ich bin fasziniert.

Richtig Spaß macht auch das Quad mit dem wir unterwegs sind. Um mich nicht in einem der vielen Sandberge abzuschießen und nie wieder gefunden zu werden, konzentriere ich mich während der Fahrt auf den Lenker und den Weg. Somit gibt es keine Action-Fotos.

Aber Action ist schon dabei. Bei der krass steilen Abfahrt von einer Düne rutscht mir das Herz kurz in die Hose. Auch weil ich mir einbilde den Atem des hinter mir fahrenden Typs zu spüren. Bremsen ist somit keine Option, wäre aber sinnvoll.

Nach der coolen Quadtour fahren wir zurück nach Walvis-Bay. Da wir heute über Nacht hier liegen, nutzen wir die Gelegenheit für ein Feierabend Bier an der Waterfront (also Strandpromenade). Dort versacken wir im Pirates Wreck.

Die verschiedenen lokalen Biere sind kein Problem. Der lokale Schnaps „Springboki“ beschleunigt unseren Zustand allerdings ganz ordentlich.

In der Hoffnung auf einen Sonnenuntergang verlegen wir unseren Standort auf die Dachterrasse der Bar. Also wir dachten, dass es sich um die Dachterrasse der Bar handelt. Als wir ankommen, sieht es so dort so aus.

Echt toll, dass sie uns sogar Stühle für den Sonnenuntergang bereit gestellt haben.

Wer kann schon ahnen, dass die Stühle dort stehen um zu trocknen, weil sie frisch gestrichen sind. Ist Stefan‘s Hose jetzt halt mehrfarbig.

Loriot und die Leichen (Swakopmund/Namibia)

Loriot und die Leichen (Swakopmund/Namibia)

Heute haben wir wieder einen Ausflug über Get-Your.Guide gebucht. Dort hat der Ausflug den Titel „Flamingos, Düne 7, Swakopmund, und Welwitshschia. Zum meinen großen Leidwesen mit Ausnahme der Flamingos, die wir nur in großer Entfernung (und somit außerhalb der Zoom Möglichkeiten meines iPhone 16e) entdecken, sehen wir alle oben genannten Dinge.

Warum der Reisebericht trotzdem einen ganz anderen Titel hat, hängt mit unseren Mitreisenden zusammen. Wir sitzen mit Robert (ich habe den Namen geändert), einem netten, ein bisschen verwirrten, aber absolut liebenswerten Opi und seiner Frau (dem Drachen) zusammen in einem Auto.

Dann beginnt ein Schauspiel, das Loriot auch nicht besser hätte inszenieren können. Stefan, der Drache und Robert sitzen hinten. Allen ist es scheinbar wichtig, sich anzuschnallen. Dann beginnt folgender Dialog:

Robert: „Es klickt nicht.“

Der Drache: „Robert, lass mich mal gucken. So geht es auch nicht. Rücke mal ein bisschen nach vorne.“

(Robert rückt nach vorne.)

Der Drache: Robert, jetzt mach mal gar nichts.“

(Robert macht gar nichts.)

Der Drache: „Robert, Du musst schon ein bisschen mitarbeiten.“

Robert: „Es klickt nicht.“

Nach dem Robert dann endlich angeschnallt ist, geht es über die Lagune (mit Pelikanen, aber leider ohne Flamingos) zur Düne 7.

Diese liegt außerhalb von Walvis Bay und ist aufgrund ihrer Lage 7 Meilen vom Stadtzentrum entfernt zu einem Wahrzeichen geworden.

Dort wechseln wir mit dem Drachen Euro gegen namibische Dollar. Um die Düne nämlich rauf zu klettern, muss man 150 Dollar pro Person bezahlen. Zahlung mit einer Karte oder Euro ist nicht möglich. Da der Drache auch nur noch 150 Dollar hat, und Stefan im Verhältnis zu mir so viel fitter und schneller ist wie eine Gepard im Verhältnis zu einer Schildkröte, lasse ich ihm den Vortritt.

Damit der Rest der Gruppe nicht so lange warten muss, gibt Stefan alles und joggt die Düne hoch.

Die 162 Kilometer (beim Berliner Mauerweglauf) joggen am Stück, scheinen sich auszuzahlen. Stefan ist ruck-zuck oben und bringt coole Fotos mit.

Beim einsteigen (und erneuten Anschnallen) wiederholt sich die „Loriot-Szene.“ Diese wird uns sozusagen als Running-Gag den gesamten Tag begleiten. Sie schnauzt ihn an, weil er irgendetwas tun oder nicht tun soll.

Nachdem Robert angeschnallt ist, geht es in die Wüste. Diesmal die Variante mit Steinen. Dort sehen wir verschiedene beeindruckende Felsformaten.

Obwohl es gar nicht so warm ist, nehmen wir die wirklich hübsche Oase gerne mit.

Dann geht es nach dem üblichen Anschnall-Wahnsinn (Es klickt wieder nicht), Offroad tiefer in die Wüste.

Dann informiert uns unser -im Vergleich zu den bisherigen Guides dieser Tour sehr wortkarger- Guide, dass wir uns jetzt die „Leichen“ anschauen. Er wiederholt auch auf Rückfrage von Robert nochmal, dass es sich um „Leichen“ handelt. Obwohl ich das auch seltsam finde, handelt sich Robert für die Nachfrage sofort wieder einen Anschiss vom Drachen ein.

Bei den „Leichen“ handelt es sich übrigens nicht um menschliche Überreste, sondern um eine Flechtenart, die ohne Wasser verbrannt wirkt, sobald sie aber Wasser bekommt, innerhalb kürzester Zeit grün wird.

In der Nähe finden wir auch Namibias berühmteste und ikonischste Pflanze. Die Welwitschia ist ein uraltes, endemisches „lebendes Fossil“ der Namib-Wüste . Sie kann über 1000 Jahre alt werden. Sie bildet zeitlebens nur zwei Blätter aus, die vom Wind zerfetzt werden, und ist als Nationalpflanze im Staatswappen verewigt. 

Nachdem es natürlich wieder nicht geklickt hat, besuchen wir noch die wirklich schnuckelige und von Deutschen beeinflusste Stadt Swakopmund.

Auf dem Rückweg zum Schiff erhalten wir dann noch eine Loriot Zugabe. Ich kann mich vor Lachen, kaum halten.

Der Drache: „Robert, schläfst Du?“

Robert: „Nein.“

Der Drache: „Sah aus, als ob Du schläfst.“

Robert: „Ich schlafe nicht. Ich habe geblinzelt.“

Der Drache: „Jetzt ist nicht die richtige Zeit zum schlafen.“

Robert: „ ICH SCHLAFE NICHT! Ich habe geblinzelt. Darf ich das jetzt auch nicht mehr?“

Der Ausflug war ganz cool. Mein Highlight heute war aber definitiv die Privatvorstellung des Loriot Ensembles „Robert und sein Hausdrache.“

WLT-Index auf Rekordhoch (4. und 5. Seetag)

WLT-Index auf Rekordhoch (4. und 5. Seetag)

Gestern gab es keinen Reisebericht, da nicht viel passiert ist. Ich habe im Casino beim Roulette mit dem ersten Spiel 14 EUR gewonnen und dann direkt wieder aufgehört. Bei der Seetags-Challenge (diesmal haben wir das gemeinsame Alter der vier Kinder von Ralf und Iris geschätzt) habe ich gewonnen und so steht es jetzt 2,5 zu 1,5 für Stefan. Das war es dann aber auch.

Heute komme ich auf den WLT-Index zurück. Die aufmerksamen Leser/innen dieses Blogs können sich noch erinnern.

Der von mir erfundene WLT-Index, also der „Wild-lebende Tierarten-Index“ beschreibt die gesichteten frei lebenden Tiere auf dieser Tour und steigt auf ein Allzeit Rekordhoch. Das liegt auch daran, dass der Index neu ist und es somit keine Vergleichswerte gibt. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis

Gestern Abend gab es dann nach viel Nebel vormittags am Abend einen sehenswerten Sonnenuntergang.

Heute steht dann noch die entscheidende Seetags-Challenge auf dem Programm. Kann ich noch ausgleichen oder gewinnt Stefan die Gesamt Challenge? Dazu morgen mehr, wenn es den letzten Reisebericht der Tour gibt.

Die längste Rückreise ever

Die längste Rückreise ever

Stefan gewinnt die letzte Challenge und somit die Gesamtwertung. Er freut sich sichtlich über den Gewinn.

Die letzte Aufgabe bestand darin die Seitenanzahl eines Buches zu erraten. Das Buch haben Lesly und Iris ausgesucht. Mit unserer „Selbsthilfegruppe (also zusätzlich auch noch Ralf und Christian) haben wir die letzten Abende verbracht. Deshalb haben die Frauen als Schiri fungiert und eindeutig festgestellt, dass Stefan näher dran lag.

Da unser Flug erst heute Abend losgeht, nutzen wir den Vormittag noch für eine Privattour mit dem Taxi. So erweitern wir unseren Eindruck von Kapstadt um das Alte Rathaus.

Dort hat Nelson Mandela die erste große Rede ans Volk gehalten, nachdem er entlassen wurde. Folgerichtig hat man Ihm zu Ehren auch hier eine Statur errichtet.

Dann besichtigen wir noch den wirklich sehenswerten Stadtteil Camps Bay.

Zum Abschluss gibt es noch einen Foto-Stopp am WM Stadion, in dem mittlerweile auch Rugby gespielt wird.

Damit endet eine wunderschöne Tour und es beginnt die längste Rückreise ever. Diese hat gefühlt für mich schon vor zwei Tagen (mit den zwei Seetagen) begonnen. Aber wer das eine will, muss das andere mögen. So schließt sich der Kreis zur Anreise. Hiermit endet der Blog zu unserer Südafrika Reise.

10 Jahre Istanbul und Earl Grey

10 Jahre Istanbul und Earl Grey

Wir schreiben das Jahr 2015. Um genau zu sein geht es um den 24.10.2015. Ich bin gerade in Antalya gelandet und in den AIDA Shuttlebus gestiegen. Am Schiff angekommen, steigt eine junge Frau mit AIDA Poloshirt in den Bus und greift zum Mikrofon. Soweit ist das noch nichts besonderes. Das passiert eigentlich immer. Dort gibt es dann letzte meist positive Infos, wie beispielsweise, dass alle Businsassen jetzt Urlaub haben und deshalb der Koffer direkt vom Bus auf die Kabine befördert wird.

Nicht aber am 24.10.2015!

Diesmal sind die Infos nicht nur positiv. Die nicht zu beneidende AIDA Frau teilt mit, dass Istanbul (das absolute Highlight der Tour) nicht angelaufen wird, alle Businsassen aber jetzt Urlaub hätten und deshalb der Koffer direkt auf die Kabine befördert würde.

Was war passiert? Wikipedia hat dazu folgendes zu berichten:

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeistation im Istanbuler Vorort Sultanbeyli wurden vier Personen getötet und mindestens zehn weitere verletzt.

Das war es mit Istanbul bei der AiDA Tour 2015. Mit Ausnahme der Episode im Bus, habe ich die Reise nur noch dunkel in Erinnerung. Das kann auch daran liegen, dass wir uns die Tour damals schön getrunken haben. Ohne Istanbul fehlte halt das Highlight, welches der Hauptgrund für die Buchung der Tour war.

Heute, zehn Jahre später starten wir einen zweiten Versuch. Auch diesmal ist Istanbul der Hauptgrund der Tour, die uns auch nach Mykonos, Athen und Kreta führen wird. Also hoffentlich. Das wir dieses Mal mit MeinSchiff fahren und nach Kreta fliegen sind Randnotizen.

Wir sind übrigens wieder Stefan und ich. Stefan, mein ewiger Reisebegleiter, kommt (obwohl er in Halberstadt in Sachsen-Anhalt wohnt) zu mir, damit wir zusammen von Düsseldorf aus fliegen können. Die Zeit bis mein Vater uns zum Flughafen bringt überbrücken wir mit Frühstück in einer Bäckerei-Filiale. Uns bedient eine sehr junge Frau mit offensichtlich asiatischem Migrationshintergrund. Ihr Namensschild verrät uns, was wir auch so geahnt hätten: Sie ist Auszubildende. Sie nimmt hochmotiviert unsere Bestellung auf. Die Verständigung ist eine Herausforderung, da Ihr Sprach-Skill in Bezug auf die deutsche Sprache noch ausbaufähig ist.

Lustig wird es dann bei Stefans Tee-Bestellung. Er hätte gerne einen Earl-Gray. Allerdings ist seine wenig geübte englische Aussprache gepaart mit seinen eigentlich nur gering ausgeprägten Ost-Akzent zu viel für die junge Frau. Sie versucht durch Wiederholung des von ihr gehörten den Sinn der Bestellung zu verstehen. Stefan wiederum ist mit Ihrer Wiederholung und dem Versuch der Intonation von „Earl Grey“, was sich bei ihr tatsächlich eher wie „Öbay“ anhört, unzufrieden. Somit entsteht ein Hin- und Her der Beiden, an dem jeder Logopäde seine helle Freude hätte. Stefan wiederholt lauter aber nicht deutlicher werdend, dass er einen „Earl Grey“ will. Sie versucht das auch lauter werdend aber nicht mehr verstehend zu wiederholen.

Das Spektakel, das mittlerweile auch andere Kunden erheitert, wird dann von der Ausbilderin unterbrochen. Zur Ehrenrettung der sehr engagierten Auszubildenden sei noch erwähnt, dass der Earl Grey Tee in der Bäckerei unter einen anderen Namen verkauft wird.

Nachdem unspektakulären Flug sitzen wir dann im MeinSchiff Shuttlebus. Am Schiff angekommen, steigt eine junge Frau in den Bus und greift zum Mikrophon. Sie informiert uns, dass alle Businsassen jetzt Urlaub haben und deshalb der Koffer direkt zur Kabine transportiert wird.

So nah war ich Istanbul noch nie. Die zehn Jahre Wartezeit scheinen sich auszuzahlen.

Alle, die sich jetzt fragen, warum mein Poloshirt so verknittert ist und das ja genau so schlimm wie nach 14 Flugstunden nach Südostasien aussieht, sei gesagt, dass der Grad der Verknitterung unabhängig von der Flugzeit ist!