Ich bin früh wach und entschließe mich deshalb das Einlaufen in Karlskrona vom Oberdeck zu verfolgen. Entgegen des spektakulären Auslaufens während der Hanse Sail gestern in Warnemünde, bei dem uns sehr viele Boote begleitet haben, ist heute beim Einlaufen nur eine Fähre zu sehen.

Und ein Tenderboot von AIDAmar. Komisch. Wieso ist da ein Tenderboot im Wasser?

Um solche Details (wie die Frage, ob wir im Hafen liegen oder tendern müssen) kümmert sich normalerweise Stefan. Der ist aber diesmal nicht dabei. Deshalb kümmert sich offensichtlich niemand um diese Frage.

Das Tenderboot liegt somit deshalb im Wasser, weil wir heute Tendern!

Das macht meine ursprüngliche Planung ein bisschen komplizierter. Ich wollte mir vor meinem gebuchten Ausflug heute Nachmittag noch die Stadt anschauen. Tendern führt in der Regel aber zu schlecht kalkulierbaren Wartezeiten.

Deshalb lasse ich das Frühstück aus und nehme -ohne Wartezeit- das erste Tenderboot.

Karlskrona wurde 1680 in den südlichsten Schärengärten Schwedens gegründet, um der schwedischen Marine einen strategisch geschützten und ganzjährig eisfreien Hafen zu sichern.

Die drei großen und doch sehr unterschiedlichen Kirchen prägen das Stadtbild.

Die Kuppel der Dreifaltigkeitskirche scheint mir vom Pantheon in Rom inspiriert zu sein.

Mir gefällt die Admiralitätskirche am besten. Die größte Holzkirche Schwedens hat einen ganz eigenen Charme.

Dann passiert etwas seltsames. Der Himmel scheint kaputt. Es fällt Wasser von oben auf die Erde. Ich habe von diesem Phänomen, dass Experten wohl Regen nennen, schon gehört. Im Ruhrgebiet ist es jetzt aber schon so lange trocken, dass ich im Gegensatz zu meinem sich ärgernden Mitreisenden eher fasziniert bin.

Dann geht es in den 🫎 Park. Der Elch gilt als der „König der Wälder“ und ist das inoffizielle nationale Wahrzeichen Schwedens. Mindestens einigen der rund 250.000 Elche, die in Schweden leben, keinen Besuch abzustatten, wenn man schon einmal hier ist, kommt nicht infrage.

Manche sind weit weg und manche sehr nah.

Aus der Nähe ist die wirklich krasse Größe von so einem Elch noch beeindruckender. Ohne Zaun wäre ich jetzt eher unentspannt.

Die Elche sind -vielleicht auch wegen dem Zaun- aber entspannt.

Das ist zumindest mein Eindruck. Diesen teilt nicht jeder. Ein Mitreisender hält mir einen Vortrag wieviel Stress die Elch-Kuh auf dem letzten Bild gerade hat. Nicht das ich ihn um seine Meinung gebeten hätte. Offensichtlich erwecke ich den Eindruck, dass ich gerne ein Kotelett an die Backe gelabbert bekommen will. Will ich übrigens nicht!

Als er dann das Liegen in Verbindung mit dem Nicht‑Bewegen direkt am Zaun und dem Blick auf ihr Junges mit PTBS vergleicht, reicht es mir, und ich haue ab.

So lautet mein Fazit des heutigen Tages: Die Elche waren cool. Die Menschen waren anstrengend.