Der Tag heute beginnt wieder früh. Der entsprechende frühe Vogel scheint wiederbelebt oder ist gar auferstanden. Das würde zum Ort hier ja irgendwie passen.

Heute besuchen wir nämlich die Generalaudienz von Papst Leo, oder wie die Italiener ihn liebevolle nennen „Papa Leone.“ Die Idee haben wir nicht exklusiv. Entgegen meiner Erfahrungen im Stadion, werden beim Vatikan die Besucherzahlen nicht am gleichen Tag veröffentlicht. Ich tippe: Echt viele.

Trotzdem ergattern wir einen guten Platz, von dem wir Papa Leone ganz gut sehen können.

Die Audienz ist ganz cool, auch wenn mich die Wiederholung desselben Inhalts in insgesamt neun Sprachen kurz an die Sendung mit der Maus erinnert.

„Heilige“ haben wir auch gestern schon viele gesehen. Die meisten tot. Manche waren trotz dieses Details gut sichtbar in Glassärgen ausgestellt. Fand ich eher gewöhnungsbedürftig. Auch in Form von Statuen gibt es hier Heilige ohne Ende. Manche wirken auch noch erstaunlich frisch.

Wen er hier so als Schutzheiliger beschützt, war nicht zu ermitteln.

Ob ich als Heiliger taugen würde, ist zu bezweifeln. Aber wenn, dann sicherlich als Schutzheiliger für die von mir erfundene und gelebte Kombination von Wandern und Busfahren.

Diesem Gedanken folgend, gelingt es mir die Mitreisenden zu überzeugen, ein Busticket zu kaufen und so die Wanderung zu den nächsten Highlights zu verkürzen.

So geht es dann zur „Schreibmaschine“ weiter.

Wie ich vor Ort erfahre, handelt es sich dabei um die Volksmund-Bezeichnung des Monumento a Vittorio Emanuele, eines monumentalen Nationaldenkmals. Wie man hier auf die Assoziation zu einer Schreibmaschine kommt, erschließt sich mir nicht. Die Aussicht ist trotzdem toll.

Während Sascha und Alex den Aufstieg nach ganz oben wagen, machen Christian, Mariette und ich Pause.

Auf der sicherlich fünfzig Meter langen Steinmauer erwische ich genau die einzig nasse Stelle. Meine Hose sieht somit jetzt so aus. Ich kann meine Begeisterung nicht in Worte fassen.

Obwohl die Hose aufgrund der für April recht starken Sonne schnell trocknet, gehen Mariette, Alex, Christian und ich nach dem Trevi Brunnen, der spanischen Treppe und dem Besuch des supercoolen Stadtteils Trastevere nicht mehr mit zum Abendgebet der Gemeinschaft Sant’ Egidio, das heute als „Gebet mit den Heiligen“ in der Basilica di Santa Maria in Trastevere gehalten wird.

Sascha geht somit alleine und verdienst sich aus meiner Sicht den Platz als Statue.