Heute beginnt der Tag mit dem Face-Check der namibischen Behörden. In der Warteschlange treffen wir auf eine besondere Lebensform. Den deutschen Krawall-Opa. Er ist grundsätzlich mit allem unzufrieden und lässt seinen Frust gerne und ungefiltert an allen anderen aus. So beschwert er sich natürlich über die lange Wartezeit, die (zur Unterhaltung um die Wartezeit angenehmer zu machen gedachte) Musik und auch sonst über alles und jeden. Scheinbar gilt hier das Motto: „Kreuzfahrt ohne Spaß-jetzt auch wieder über AIDA buchbar.“
Der Face-Check hat wenig mit dem Face (also dem Gesicht) zu tun, sondern deutlich mehr damit, ob man das Visum, das man im Vorfeld beantragen musste, auch bezahlt hat. Lesly und Christian (mit denen wir den heutigen Tag wieder zusammen verbringen) und Stefan und ich haben bezahlt und kommen somit ohne Probleme weiter.
Dann nehmen wir ein Taxi in die Geisterstadt Kolmanskuppe. Eine kleine Siedlung mitten in der Wüste, die mal dazu diente um Diamanten zu schürfen. Mittlerweile völlig verlassen, so dass die Wüste sich das Land nach und nach zurück holt.





Namibia war ja eine ganze Zeit von Deutschland besetzt. Der deutsche Einfluss ist auf jeden Fall überall auch in der Geisterstadt zu erkennen. So gab es eine Bäckerei, ein Krankenhaus und so weiter.






Wirklich beeindruckend, auch wenn wir keine Geister antreffen und auch keine Diamanten finden.

Dann fahren wir zurück nach Lüderitz, wie die Hafenstadt, in der wir heute liegen, immer noch heißt. Benannt nach Adolf Lüderitz, der die deutsche Besatzung organisiert und viel Leid über die einheimische Bevölkerung gebracht hat. Er hat unter anderem auf Shark Island, einer Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum heutigen Liegeplatz, das erste deutsche Konzentrationslager gebaut. Ich kann deshalb gut nachvollziehen, dass Namibia plant, die Stadt um zu benennen.
In der Stadt ist unabhängig vom Namen der deutsche Einfluss z.B. auf den Baustil nicht zu leugnen.




Dann erfüllen wir Stefan‘s Wunsch nach Austern in Namibia. Wir kehren also in einem Restaurant in der Nähe der Kirche ein und Stefan bestellt eine große Portion Austern.

Natürlich isst er dann noch den Rest meiner Pizza und fast die Hälfte von Lesly‘s Pizza. Christian hat ein Steak mit Pommes und Gemüse bestellt. Das Steak ist aber so schlecht, dass es laut Christian eher wie eine Schuhsohle aus Gummi schmeckt. Das verdirbt ihm den Appetit und er lässt einen Großteil seiner Portion über. Insbesondere das Fleisch ist nicht kau- und somit nicht essbar.

Stefan sieht das natürlich anders. Das Christian mit seiner Einschätzung richtig liegt, kann man daran erkennen, wie intensiv Stefan versucht das Steak zu schneiden bzw. zu kauen. Es dauert ewig.
Dann erscheint die Rettung vor dem Restaurant. Ein hungrig aussehender Straßenhund.
Christian verfüttert das letzte kleine Stück Fleisch an den Hund, welches Stefan noch über gelassen hat. Alle sind zufrieden mit dieser Lösung. Alle außer Stefan.

Er schmollt aber nur kurz.

So geht ein spannender Tag in Lüderitz zu Ende.
